Und es geht doch – aber Schönfärberei allein reicht nicht

Wer hat nicht schon zu Beginn des neuen Jahres „gute Vorsätze“ gefasst, um dann nach einigen Rückschlägen
aufzugeben. Sie haben es sich vorgenommen, im neuen Jahr zehn Kilogramm abzunehmen und dreimal in der Woche für 45 Minuten stramm zu walken und hängen sich ein Foto aus schlanken, fitten Tagen neben den Badezimmerspiegel;
das soll Sie motivieren. Und dann tauchen sie auf – die Hindernisse. An einem Tag regnet es in Strömen, an dem anderen liegt das Kind mit 40 Grad Fieber im Bett und am Wochenende steht die Hochzeit des Bruders auf dem Terminplaner.
Wir brechen unser Fitnessprogramm ab und geben auf. Dabei gehört es zum Leben, dass wir unsere Ziele häufig erst auf Umwegen erreichen. Ganz ohne Anstrengung geht das zwar nicht, aber neue Erkenntnisse aus der Alltagspsychologie geben uns konkrete Hilfen an die Hand. Da, wo Verhaltensregeln des „positiven Denkens“ versagen, weil die Realität sich unseren Vor-stellungen nicht einfach anpasst, hilft aktives Beginnen.
„Wer sich zu sehr auf das große Ziel konzentriert, statt auf den Weg, der dort hinführen soll, der wird es wahrscheinlich nicht erreichen“, so Prof. Alexandra Freund vom Psychologischen Institut in Zürich. Dies zeigt auch eine Studie der DAK in Zusammenarbeit mit der Motivationspsychologin Prof. Gabriele Oettingen vom Fachbereich Psychologie der Uni Hamburg. Wie kommt man vom Wissen zum Handeln, ist die zentrale Frage des Projektes und neue Techniken der Lebensstiländerung sollen helfen, erfolgreich zu sein. Das Ergebnis des Forschens: Ziele können erst dann nachhaltig gesteckt werden, wenn man sich die möglichen Hindernisse, die dem Erreichen im Weg stehen, konkret vor-stellt.
Im nächsten Schritt geht es darum, sich Strategien zu überlegen, wie wir die alltäglichen Erschwernisse überwinden können. Immer wieder gibt es schwierige Situationen, denen wir nicht aus dem Weg gehen können. Aber wir haben die Möglichkeit zu planen, wie wir uns dann verhalten. Die neue Technik setzt auf verbindliche Ziele und deren effektive Realisierung. Aber bevor wir loslegen, sollten wir uns einmal etwas Zeit nehmen und aufschreiben, was wir erreichen wollen und was uns behindert. Dazu sind im Internet unter „MCII – Mental Constrating Implementation Intentions“ viele nützliche Hinweise zu finden. Hilfreich ist es auch, erfolgreiche Menschen zu beobachten. Dabei wird meist schnell klar, dass beharrliches Wiederholen, ohne lange über die Vor- und Nachteile des Tuns nachzudenken, zum Erfolg führt.
Ist das Ziel dann erreicht, werden wir mehrfach belohnt. Das Joggen macht gute Laune und die frische Luft einen schönen Teint. Das Kleid in Größe 38 sitzt perfekt, wir fühlen uns leistungsfähiger und sind den täglichen Aufgaben viel besser gewachsen.
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