Süßer Start in die Ehe

Ohne sie geht es nicht: Die Hochzeitstorte. Sie ist das süße Highlight jeder Hochzeitsfeier und das Prunkstück auf jeder Hochzeitstafel.
In ihrer heutigen Form entstand sie im 19. Jahrhundert in England, als eine Tochter von Königin Viktoria 1859 zu ihrer Hochzeit erstmalig eine dreistöckige Torte  backen ließ, deren oberen  beiden Teile noch aus Zuckerguss gefertigt wurden - der Standfestigkeit wegen. Doch bereits Prinz Edward und seiner Braut konnten sich 1882 dann über eine echte mehrstöckige Leckerei freuen.
Heute jedoch sind den Konditoren und Zuckerbäckern in der Gestaltung der süßen Köstlichkeit keine Grenzen gesetzt. Die geschmacklichen und gestalterischen Möglichkeiten sind enorm vielfältig – alles ist möglich. Vom Klassiker, wie dem leuchtend roten Erdbeerherz, das auch mal bis zu einem Meter groß werden kann, oder der weißen Etagentorte mit rosa Marzipanröschen, bis hin zu ganz revolutionären Varianten. Marzipan kann beispielweise vielfältig eingefärbt die Blumentöne des Hochzeitsstraußes aufnehmen; man kann mit ihm bunte Kreise zaubern, Regenbogen oder
Karomuster, verspielte und freche Motive und
Figuren jeder Art. Essbares Papier wird mit Schnappschüssen des Brautpaares als Fotogalerie auf die Torte gesetzt, Perlen dienen zur Verzierung und mit Spritzguss lassen sich die herrlichsten Ornamente gestalten.
Auch die unterschiedlichsten Formen sind möglich: von der Wendeltreppe über das Viereck bis zur Halbkugel. Neuester Trend ist die Kuppeltorte mit vielfältigen Verzierungen und natürlich dem Brautpaar als Krönung.
Auch muss es nicht mehr die klassische Buttercremetorte sein – die süße Verführung gibt es heute in jeder Gebäckart. Fruchtige Varianten, mit einem Schuss Likör, Schokolade oder Vanille; bei einer Etagentorte darf der Kuchen jeder einzelnen Stufe eine andere Geschmacksrichtung aufzeigen oder man plant einen fulminanten Start ins Eheleben mit einer Sprühfeuerwerk- oder Leuchteffekt-Torte!
Doch ein Stück davon sollte man einfrieren und für immer behalten – angeblich garantiert dies ewiges Eheglück.

Durch die Blume gesagt
Blumen sprechen ihre eigene Sprache – nur ist die uns heute nicht mehr geläufig. Wir haben sie in unserer modernen Welt der unendlichen Kommunikationsmöglichkeiten schlichtweg verlernt.
Einst war die Wahl der Blüten ein Code für das, was man sagen oder fragen wollte, aber nicht auszusprechen wagte. Ursprünglich aus dem Orient kommend erreichte die Blumensprache Europa im 18. Jahrhundert und entwickelte sich schnell zum absoluten Hit.
Hier wurden Blumen zwar bereits als Zeichen der Liebe und Zuneigung verschenkt, doch ab diesem Zeitpunkt erfuhren sie eine raffinierte Verfeinerung: Es entstand ein umfangreiches Zeichensystem, fast so kompliziert wie eine Fremdsprache.
Damals hatten Liebende nicht wie heute die Möglichkeit, sich ungezwungen zu treffen - es ging außerordentlich züchtig zu. Und so legten sie ihre innigsten Geständnisse, Wünsche und Bitten in Blütenhände. Denn wer die Blumensprache
beherrschte, konnte sehr beredt seine(n) Liebste(n) überzeugen - ganz ohne Worte.
Am einfachsten sind Vergissmeinnicht zu deuten: Wahre, immerwährende Liebe. Freesien stehen für Zärtlichkeit, Tulpen für Treue, rote Rosen für brennende Liebe, gelbe für Eifersucht und weiße für heimliche Verehrung. Anemonen wird Zärtlichkeit zugeordnet, Astern fragen „Bist du frei?“, gelbe Dahlien sagen „Das große Glück meines Lebens bist Du“, rote „Du bist meine große Liebe“. Disteln stehen für Stacheligkeit, Flieder für die erste (oder frische) Liebe und Gänseblümchen für Bescheidenheit. Gerbera verkörpern Kraft,
Gladiolen Charakterstärke, die Heckenrose innige Liebe, Hortensien Bewunderung, Hyazinthen Vertrauen und Frühling, Lavendel Reinheit, Maiglöckchen Glück,  Margeriten Unentschlossenheit in der Liebe, Mimosen Empfindlichkeit, Nelken Leidenschaft, Schneeglöckchen Hoffnung und Trost. Veilchen gestehen die geheime Liebe, Wicken eine zärtliche Erinnerung, dreiblätterige Kleeblätter die Hoffnung auf Nachwuchs und vierblätterige Glück satt. Und der Kaktus kann entweder eine Beleidigung darstellen oder auch heiße Liebe verkörpern. Alles klar? Dann lassen sie doch einfach mal Blumen sprechen…..

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