Immer schön entspannt bleiben! Senioren & Gesundheit

Immer schön entspannt bleiben! Senioren & Gesundheit

Den Stress links liegen lassen: Techniken, Möglichkeiten und Methoden der Entspannung-  Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal gesagt, dass Sie total im Stress sind? Gestern? Vorige Woche? Kein Wunder, denn kaum ein Bereich in unserem Leben läuft entspannt ab. Ärzte und Therapeuten wissen, dass es gerade Senioren oft sehr schwerfällt, Anspannungen abzubauen und innere Ruhe zu finden. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts FORSA leiden acht von zehn Deutschen unter Stress – ein Drittel davon sogar dauerhaft! Das ist alarmierend, schließlich zählen zu den Folgen nicht nur Schlafstörungen und Nervosität, sondern auch Herzinfarkte. Daher ist es besonders wichtig, der täglichen Anspannung regelmäßige Entspannung entgegen zu setzen.

Erste Anzeichen für ein „Zuviel“ an Stress sind Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit, Motivationsprobleme und Ängste. Mit Rücken-, Kopf- und Bauchschmerzen, Müdigkeit und einem erhöhten Blutdruck sendet uns der Körper Signale. Wer diese ernst zu nehmenden Symptome über einen längeren Zeitraum ignoriert, riskiert einen Herzinfarkt, Magen-Darm- Geschwüre, Tinnitus, Angststörungen, Depressionen, Burn-out oder Suchterkrankungen. Nur Träumer meinen, Stress ließe sich vermeiden. Dafür ist unser modernes Leben mit seinen Anforderungen und Verlockungen nicht ausgelegt.

Das einfache Mittel, das doch so schwer zu machen ist, lautet schlicht: Entspannung. Die muss man sich allerdings selbst verordnen und organisieren. Dabei fangen die Schwierigkeiten schon damit an, dass es höchst individuell ist, was jeder als Erholung empfindet. Der eine schwitzt in der Sauna, der andere läuft stundenlang am Strand entlang, manche Menschen schalten beim Musikhören am besten ab, andere bei der Gartenarbeit oder dem Meditieren. Abgeschiedenheit oder Mannschaftssportart? Wohl dem, der herausgefunden hat, was ihm zum Aufladen der eigenen Akkus verhilft.

Wer auf der Suche ist, braucht manchmal einen Kompass durch all die vielen möglichen Wege. Hilfreich sind dabei Gesundheitskurse der Krankenkassen, die verschiedene Entspannungstechniken vorstellen, oder die günstigen Veranstaltungsreihen der Volkshochschulen. Spezialisierte Coaches und Gesundheitsberater in guten Fitnessstudios kennen die vielfältigen Methoden zwischen progressiver Muskelentspannung und uralten chinesischen Energielehren. In vielen Städten und Gemeinden gibt es auch spezielle Angebote für Senioren-Yoga oder Entspannungskurse für Menschen der Generation 60 plus. Wofür man sich auch entscheidet: probieren geht über studieren. Gute Kursleiter bieten stets eine kostenlose Test-Stunde an.

Warum nicht mehrere Kurse ausprobieren oder Gewohntes wechseln, wenn man spürt, dass einem die Technik oder der Lehrer nicht zusagt. Übrigens zahlen viele gesetzliche Krankenkassen auch einen Zuschuss für diese gesundheitserhaltenden Aktivitäten. Auch neue Methoden machen ab und an die Runde. Dazu gehört das Medical Floating, das Burn-out-Symptome, Muskelverspannungen, Hauterkrankungen und Beschwerden im Stützund Bewegungsapparat lindert. Der gänzlich schwerelose Zustand im körperwarmen großräumigen Schwimmbecken ist eine spannende Erfahrung für Kopf und Körper.

In Deutschland am bekanntesten ist das autogene Training, das schon vor gut 90 Jahren vom Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde. Muskeln, Kreislauf und vegetatives Nervensystem werden entspannt, indem die Aufmerksamkeit nacheinander auf einzelne Körperregionen gelenkt wird. Techniken wie progressive Muskelentspannung, Meditation, Yoga, Qigong und Tai Chi haben sich bei der Stressbewältigung vielfach bewährt. So unterschiedlich wie diese Techniken auch sind, haben sie eins gemeinsam: Sie müssen unter fachlich kompetenter Anleitung erlernt und regelmäßig trainiert werden.

Rat und Unterstützung gibt die Deutsche Gesellschaft für Entspannungsverfahren. Unter www.dg-e.de bietet sie eine Datenbank mit anerkannten Leitern und Trainern für Entspannungstechniken. Manchmal helfen auch ganz kleine Schritte auf den großen Weg. Warum nicht einfach mal „nein“ sagen? Oder Unangenehmes aussprechen, statt immer nur herunterzuschlucken. Lassen Sie den Stress einfach links liegen.

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