Geschichte des Schreibens - Schreib doch mal!
Stellen Sie sich vor, Sie erhalten einen Liebesbrief, geschrieben am PC auf holzfreiem 80 Gramm schwerem mattweißen Papier. Der Schreiber wählte Arial 12 Punkt oder vielleicht die Schrift „Chamelion“, um den Brief privater erscheinen zu lassen. Und stellen Sie sich weiter vor, der gleiche Brief erreicht Sie auf schönem Papier, handschriftlich mit dem Füllfederhalter verfasst. Letztere Version ist persönlicher, zeigt Stil, eine individuelle Note und ist romantisch. Aber es gibt viele Arten zu schreiben. Bei einigen kann man bedauern, dass sie aus der Mode gekommen sind.
„Ist das Ende der deutschen Schreibschrift gekommen?“, fragt ein Autor in einem Artikel der „Welt“. Hamburg ist das erste Bundesland, in dem Grundschulen selbst zwischen Schreib- und Druckschrift wählen können. Der Senat streitet noch über die Schreibpraxis. Schon heute können Schüler ab der fünften Klasse ihre Schriftart weitgehend selbst wählen, daher sehe der Grundschulverband den Sinn der Schreibschrift skeptisch. Andere Stimmen sprechen von einer kulturellen Verarmung. Dem ist zuzustimmen, denn Schreibschrift, die sich im Lauf des Lebens auch immer wieder ändert, zeigt ein Stück Individualität des Schreibers. Abgesehen davon, ist es weitaus ästhetischer, Buchstaben flüssig miteinander zu verbinden, anstatt sich auszudrücken in Worten mit Buchstaben, die aneinandergestückelt sind. Ohne Frage ist die Schreibarbeit am PC oder Notebook aus unserem Arbeitsleben, aber auch dem Privatbereich, nicht mehr wegzudenken. Das Tippen geht viel schneller als das Schreiben mit der Hand, Dokumente lassen sich speichern, vervielfältigen oder veröffentlichen.
Denken wir jedoch an die Übertragung von Kurzmitteilungen, SMS, MMS etc. sind negative Tendenzen schon allein aufgrund der begrenzten Zeichenzahl unausweichlich. Die vielen Abkürzungen tragen nicht gerade zur Verständlichkeit bei. Höflichkeitsformen werden nicht beachtet, Satzzeichen existieren nicht mehr und vieles wird in der Eile verkehrt geschrieben. Auf lange Sicht gesehen haben diese Entwicklungen Auswirkungen auf unsere Sprache und unsere Kultur. Schon heute ist es eher selten, dass junge Menschen sich gewählt ausdrücken. Aber gekauft werden Füllfederhalter und schöne Schreibgeräte nach wie vor. Das bestätigte uns auch Dietmar Reck, Inhaber der Firma „speckmann & vedder“ in Oldenburg. Für die Abc-Schützen zunächst die Schreiblernfüllhalter für Links- und Rechtshänder. Bei den älteren Kindern spielt natürlich das Design eine entscheidende Rolle. Lamy sei im Schulsegment von großer Bedeutung und erfreulicherweise in deutscher Hand, im Gegensatz zu Pelikan und Montblanc. Es gebe immer noch viele Kunden, die sich ausführlich beraten lassen, die verschiedensten Füller mit einfacher oder goldener Feder ausprobieren und manchmal sehr viel Geld für einen besonderen Federhalter ausgeben, der sie dann aber auch ein Leben - lang begleitet.
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