Deutschland, ein Sommermärchen

Die Fußball-WM der Frauen vom 26. Juni bis zum 17. Juli 2011. VORWÄRTS MÄDELS! "Ich wünsche den Frauen, dass die Weltmeisterschaft ein ähnlich beeindruckendes Event wird wie für uns 2006 das 'Sommermärchen'“, feuert der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Philipp Lahm das deutsche Frauenteam an. Insgesamt spielen sechzehn Nationalmannschaften die WM unter dem Motto „20ELF von seiner schönsten Seite!“. Für die deutschen Fußballerinnen war es ein anstrengender und langer Weg bis zur Wertschätzung, die sie heute genießen. Und noch immer sind Macho-Sprüche nicht weit, wenn die Mädels kicken. Doch mit ihren konstanten und vielen Erfolgen erspielten sich die Damen des deutschen Fußballs Respekt und Anerkennung. „Bei den Frauen gibt es das nicht, dass sie bocklos auf dem Platz herumstehen und man das Gefühl hat, die wollen nicht“, sagte die ehemalige Fußballerin und heutige Sozial- und Sportpsychologin Dr. Jeannine Ohlert.

Die DFB-Mannschaft ist eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen. Eine verlässliche Größe ist Torfrau Nadine Angerer, die während des gesamten Turniers 2007 keinen einzigen Gegentreffer zuließ, dazu die Kapitänin Birgit Prinz, deren sportliche Vita beeindruckend ist: Weltfußballerin der Jahre 2003, 2004 und 2005, Torschützenkönigin der Fußball-WM 2003 (sieben Tore in sechs Spielen) und achtfache deutsche Fußballerin des Jahres, zuletzt 2008. Auch Spielerinnen wie Jungstar Alexandra Popp, Melanie Behringer, eine gefährliche Distanzschützin und Flankengeberin, die auf beiden Flügeln offensiv spielen kann, und Super-Stürmerin Fatmire Bajramaj, die eine große deutsche Tageszeitung zur schönsten Fußballspielerin kürte. „Ich will im Sport gut aussehen! Die Leute sollen wissen, dass es auch hübsche Fußballspielerinnen gibt“, sagt sie selbstbewusst. Dazu personifizierte Torgefahren wie Martina Müller, Inka Grings und Alexandra Popp. Natürlich hat die WM auch ihre internationalen Stars, allen voran die brasilianische Ausnahmeathletin Martha. Auf der Torjägerin ruhen die Hoffnungen ihrer fußballbesessenen Nation, die erwartet, dass Marta den WM-Titel nach Brasilien holt.

Kanadas Kampf- Champion ist Christine Sinclair; die sprintstarke 28-Jährige kann mit beiden Füßen gleichgut Tore schießen. Die Japanerin Homare Sawa ist in Japan das, was hierzulande Birgit Prinz verkörpert: eine echte Ausnahmefußballerin. Drei der 336 gemeldeten Spielerinnen erleben in Deutschland bereits ihre fünfte WM-Teilnahme: Birgit Prinz, die Brasilianerin Formiga und die Japanerin Homare Sawa. Alle drei haben ihr WM-Debüt 1995 in Schweden gegeben. Drei andere Spielerinnen sind zum vierten Mal bei einer WM: Ariane Hingst (Deutschland), Stella Mbachu (Nigeria) und Christie Rampone (USA). Für die Fans der elf Freundinnen gilt: So viel Frauen- Fußball gab es noch nie im Fernsehen. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land sorgt bei den heimischen TV-Sendern für ein Novum: Alle 32 Spiele sind live zu sehen. Je 16 Spiele übertragen ZDF und ARD. Und auch Eurosport bietet Frauen- Fußball satt.

Die deutschen Damen sind ganz sicher bei dieser WM ein Quotenhit, darauf können sich die Sender verlassen. Spannend zu beobachten wird sein, ob die Begeisterung sich auch auf die anderen Spiele überträgt. Auch die Experten-Unterstützung der TV-Sender ist weiblich dominiert. Die Zuschauer fachlich auf der Höhe des Balls halten vor allem die ehemaligen Spielerinnen Nia Künzer bei der ARD sowie Silke Rottenberg und Renate Lingor beim ZDF. Und am schönsten ist der gemeinsame Ruf „TOOOOR“.

GIBT ES EIN SOMMERMÄRCHEN WIE 2006 BEI DEN HERREN? DIE DEUTSCHE MANNSCHAFT VON TRAINERIN SILVIA NEID GEHT ALS TITELVERTEIDIGER INS TURNIER. GESPIELT WIRD IN NEUN STÄDTEN: IN AUGSBURG, BERLIN, BOCHUM, DRESDEN, FRANKFURT AM MAIN, LEVERKUSEN, MÖNCHENGLADBACH, SINSHEIM UND WOLFSBURG. DIE DEUTSCHEN FRAUEN SPIELEN IN GRUPPE A GEGEN KANADA, NIGERIA UND FRANKREICH. WER DEN POKAL MIT NACH HAUSE NIMMT, ENTSCHEIDET SICH AM 17. JULI 2011 IN DER FRANKFURTER COMMERZBANK-ARENA.

Michael Rummenigge: „Deutschland ist Favorit aber der Frauenfußball ist weltweit zusammengerückt - hochklassiger geworden. Sylvia Neid hat ein Team aus sehr erfahrenen Spielerinnen und ganz jungen Newcomern. Das passt sehr gut. Weitere Favoriten sind Korea, USA, Brasilien, Norwegen und Schweden. Deutschland hat den Heimvorteil auf seiner Seite, die Medien haben gut vorgearbeitet. Bei den Jugendlichen - vor allem bei den 6-12-jährigen wird die WM einen Schub auslösen. Schon jetzt spielen über eine Million Frauen in Deutschland Fußball im Verein“.

Sandra Völker fasst sich kurz aber präzise: „Endspiel Deutschland - USA mit dem Ergebnis 2:1 für Deutschland"

Roberto Blanco entgegnet: „Nix da Deutschland spielt im Endspiel gegen Brasilien! Wer gewinnt da, wie? Weiß ich nicht."

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