Bildergalerien

Künstlerin Ingelore Kreienborg - Ostsee-Galerie

Kunstwerke sind hier im Land besonders geschätzt; Gemälde, Skulpturen, Installationen. Den Menschen wird an der Küste der Horizont weit und öffnet ihnen das Herz fürs Schöne. Und was das ist, liegt ganz im Sinne des Betrachters. Darum gibt es hierzulande so viele ausgesuchte Galerien, deshalb bemühen sich die Museen um immer neue (oft ganz alte) Attraktionen.

So wie zurzeit in Lübeck, wo im Behnhaus die Werke des schwedischen Impressionisten Anders Zorn (1860-1920) für Furore und einen Besucherrekord sorgen. Rund einhundert erstklassige Arbeiten aus allen Schaffensphasen erlauben einen umfassenden Blick auf Zorns thematisch wie technisch vielfältiges Gesamtwerk: Schwedische Landschaften, Alltagsbeobachtungen aus skandinavischen Dörfern und europäischen Metropolen sowie ausgewählte Porträts, wie das mächtige, beeindruckende Selbstbildnis oder das der betörend schöne, jungen Witwe, mit dem der junge Zorn bis ins Königshaus Ruhm und Ehre erlangte. Wunderbar auch seine Meeresstudien, die nicht nur die Lieblichkeit nordischen Lichts offenbaren, sondern auch kräftig und handfest den Hamburger Hafen zeigen oder die berühmten Akte in freier Natur. Noch bis zum 15. April 2012 darf man das Werk Anders Zorns in Lübeck bewundern – dank dem Behnhaus und allen, die dies möglich machten.

Kunst aus einer ganz anderen Perspektive erlebt der Besucher der Trinkkurhalle Timmendorfer Strand, wo die Performance-Künstlerin und Malerin Anja Es noch bis zum 30. März 2012 eine Ausstellung zum Thema „Bonzen, Banken und Börsenmakler“ präsentiert.  Die Skulpturen von Daniel Castiglione aus Cent-Stücken verblüffen und faszinieren: der elegante Stuhl („auf seinem Geld sitzen“), ebenso wie der geschmeidige Frauentorso („Die Erotik des Geldes“) oder die mächtige Schaufel („Geld scheffeln“). Mindestens genauso spannend sind die Bilder des Malers Detlef Klein, der scheinbar ganz harmlos gut situierte Menschen darstellt – allerdings meist ohne Gesicht: Er lässt Hände, Körper, Kleidung und Haltung sprechen. Und spätestens jetzt erfasst der Betrachter die kleinen Bösartigkeiten, die ganz subtil dargestellt werden. Die in kostbaren Brokat gekleidete Dame ist ein wenig zu wohlstandsfett, der Konzernchef im feinen Anzug ebenso arrogant wie hohl. Es ist ein unglaubliches Vergnügen, diese Bilder zu betrachten – fast wie puzzeln, denn manchmal dauert es schon, bis man den Hintersinn erkennt.  Anja Es selbst stellt ihre Werke ab dem 1. April 2012 aus. Einmal im Jahr gehört dazu die Galerie ganz ihr. Doch vorher gibt es noch ihre berühmten „Performances“. Am 14.2.2012 darf man sich, passend zum Valentinstag, auf „List, Last, Lust, Liebe, Lügen, Leiden“ freuen, das am 17.3.2012 auch auf dem Lübecker Presseball (in sieben Teilen und Anja Es in sieben Roben) aufgeführt wird. Am 19. Mai 2012 glänzt sie dann in ihrer Paraderolle in „La Gonzesse“, einem Sittengemälde der Pariser Revue-Theater in den Golden Twenties. Und wer Anja Es und ihr Motto „Ich kann ganz anders“ kennt, weiß, dass er sich auf einige Überraschungen gefasst machen darf.
In der Ostseegalerie dominieren gerade zwei Frauen: Rosita Oremek und Ingelore Kreienborg. Die farbgewaltigen atemberaubenden Bilder Oremeks (ihr Atelier ist in Minden)  bezwecken weder einen inhaltlichen noch einen formellen Kommentar. „Farben haben Strahlungskräfte, Energien, die auf uns in positiver oder negativer Weise einwirken, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht“ so die Künstlerin. Faszinierend sind auch ihre modularen Bildsysteme, bei denen sich mehrteilige Arbeiten spielerisch variieren lassen, wodurch neue Bildzusammenhänge und Aussagen entstehen. Davon kann man sich in der Ostseegalerie überzeugen. Ingelore Kreienborgs Werke erinnern in ihrer leuchtenden Intensität an südliche Länder – sei es bei afrikanisch inspirierten Werken, dem exotischen Obst, den bunten Hähnen oder den faszinierenden Frauen. Ingelore Kreienborg reist viel, das sieht man, denn was sie von ihren Reisen mitbringt, ist explodierende Lebensfreude, die Lust macht, sofort den Koffer zu packen und loszuziehen – oder noch ein wenig zu bleiben und sich von ihren Bildern Sonne ins Herz zu holen.
Der absolute Hit kommt jedoch mit den Wandinstallationen des bekannten Israeli David Gerstein ab Mitte Februar 2012 in die Ostseegalerie. Gersteins Kunstwerke und dreidimensionale Metallobjekte sind lebhafte Farbfeuerwerke von starker Ausdruckskraft, die kleine Geschichten erzählen - aus dem Leben gegriffen, unkonventionell und geistreich. Die bis zu 180 x 290 cm großen Wandskulpturen bezaubern, beleben und begeistern. Man kann sich nicht sattsehen und entdeckt immer wieder Neues. In „5th Avenue“ ist es die unglaubliche Vielfalt schicken New Yorker Streetstyles, in Lifestyle“ die Luftigkeit, Transparenz und Farbstärke der unzähligen Schmetterlinge und in „Pond“ die Lichttäuschung, die den Teich mit seinen goldenen Fischen fast wirklich werden lässt. "Das Experiment, eine Brücke zu schaffen zwischen Bild und Skulptur" so definiert David Gerstein seine Arbeiten. Die durch Laser geschnittenen Metall-Skulpturen strahlen durch ihre Form, Fröhlichkeit und  Farben Freude, Dynamik und Humor aus.
Ganz neu in Timmendorfer Strand ist die „Galerie Modern Art“ von Gregor Bröker, der seit Jahren im internationalen Kunstgeschäft tätig ist. Für ihn ist Kunst „pure Emotion“ und sein Entschluss, hier an der Küste ins Geschäft einzusteigen, die Verwirklichung eines „kleinen Lebenstraums“. Er kann sich das leisten, denn als Großhändler betreut er rund 50 Galerien in ganz Europa und sein Netzwerk reicht auch über den großen Teich. Seine Leidenschaft ist es, Künstler zu entdecken und sie bekannt zu machen. Wenn er nicht gerade an der Ostsee weilt, kann es sein, dass er in drei Tagen mal eben 3000 Kilometer durch genauso viele Länder düst, um Bilder einzusammeln. „Es gibt noch viele leere Wände“ sagt er und sieht es als seine Mission an, dem abzuhelfen. Kontakte zur internationalen Kunstwelt hat er genug und kann alle Wünsche erfüllen, vom hochwertigen Sammlerstück mit einem Wert, bei dem die Nullen nicht mehr zählbar sind (wie bei einem Gerhard Richter), bis zum kleinen Liebhaberstück. In seiner neuen Galerie stellt er gegenwärtig unter anderem den Hamburger Günter Baier, die Schwestern Cora und Suscha Korte, das junge Talent Flavia Totoro sowie sein, von ihm entdecktes, Protegé Mark Podawczyk aus.

23552 Lübeck
Behnhaus Lübeck

23669 Timmendorfer Strand
Ostseegalerie, Strandallee 85
Anja Es, Trinkkurhalle
Galerie „Modern Art“, Bergstraße

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